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Behörden sollen ihre Fuhrparks elektrifizieren

Donnerstag 29 April 2010

Bundesregierung und deutsche Industrie wollen die noch stagnierende Entwicklung des Elektroautos beschleunigen. Einem Konzeptpapier zufolge sollen Behörden und möglichst auch Länder und Gemeinden mit dem Kauf von E-Autos für ihren Fuhrpark vorangehen.

Berlin - Am 5. Mai wollen sich Vertreter der Autoindustrie und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Eckpunkte der E-Auto-Förderung verständigen. Unter anderem sollen Behörden beim Neuwagenkauf Stromer bevorzugen, heißt es in einem Regierungspapier für die Kabinettssitzung am Mittwoch, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dies werde "im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel" geprüft, heißt es in dem Papier.

 

Mit einer nationalen Plattform wollen die schwarz-gelbe Regierung und die Industrie die Voraussetzungen schaffen, bis zum Jahr 2020 mindestens eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland auf die Straßen zu bringen. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 48 Millionen Pkw. Damit knüpfen beide am Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität der großen Koalition an.

 

Für Forschung und Entwicklung moderner Antriebstechnologien werden möglicherweise nur die bis 2013 ohnehin eingeplanten Haushaltsmittel zugestanden - sie sollen aber gezielter eingesetzt werden. Zugleich soll die Kohlendioxid-Bilanz der Autohersteller durch mehrfache Anrechnung von Elektroautos verbessert werden.

Damit können die Hersteller leichter die CO2-Grenzwerte der EU einhalten, die derzeit einen Flottenschnitt von 130 Gramm verlangen. Ferner will die Bundesregierung dafür sorgen, dass die Genehmigungsverfahren für Strom-Ladesäulen vereinfacht und beschleunigt werden.

Allein die Automobilindustrie will in den kommenden beiden Jahren zweistellige Milliardenbeträge investieren - im Gespräch sind 40 Milliarden Euro. Davon soll der überwiegende Teil ins E-Auto gesteckt werden.

Auch EU will Zapfsäulen normieren

Die Europäische Kommission will europaweite Normen für Elektroautos, damit Fahrer auch nach längeren Fahrten problemlos Strom laden können. "Normung ist eine zentrale Aufgabe", sagte Industriekommissar Antonio Tajani bei der Vorstellung einer neuen Strategie für abgasärmere Fahrzeuge am Mittwoch in Brüssel. Hier müsse schnell gehandelt werden, damit die Normen vor dem Aufbau einer umfassenden Lade-Infrastruktur fertig seien.

Die Kommission will die zuständigen Normungsgremien beauftragen, "bis 2011 eine genormte Ladeschnittstelle zu entwickeln", mit der Autos mit dem Stromnetz verbunden werden, heißt es in dem Strategiepapier. Die Gremien sollten dabei die Option des "intelligenten Ladens" prüfen. Das heißt, dass das Fahrzeug zum Beispiel in Nebenzeiten Strom zieht.

Dies ist für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen wichtig: Da Strom derzeit kaum in großem Maßstab speicherbar ist, Sonne und Wind aber weitgehend unvorhersehbar liefern, müssen sich die Stromabnehmer auf ein schwankendes Angebot an Strom einstellen.

Bis 2012 will die Kommission einem speziellen Risiko durch Elektroautos nachgehen und prüfen, "ob die Lautlosigkeit dieser Fahrzeuge möglicherweise eine Gefahr für ungeschützte Verkehrsteilnehmer darstellt". Die Kommission legt sich in der Strategie aber nicht auf Elektroautos fest. Sie sei in Hinsicht auf die Technologien neutral und fördere auch abgasärmere herkömmliche Motoren oder die Nutzung von Erdgas oder Wasserstoff. "Hinterher wird natürlich der Markt entscheiden", sagte Tajani.

Verbände fordern kostenloses Parken

Unterdessen forderte der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) in Berlin für Elektrofahrzeuge in Deutschland "gesteigerte Forschungsanstrengungen und politische Unterstützung". Um Elektroautos attraktiver zu machen, sollten neben Kaufanreizen Nutzungsvorteile wie kostenloses Parken erwogen werden, forderte der Verband am Mittwoch bei der Vorstellung einer Studie zum Thema.  hil/dpa/AFP

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